CHRONIK
CHRONIK
In Königsau war es einfach herrlich!
Von Johannes Bill Zeitweiser der Galiziendeutschen 1971 S. 63-76    
Die Entstehung der Siedlung Königsau ist auf Kaiser Joseph II. zurückzuführen. Die Gründungszeit des Ortes fällt auf 1784 (Anmer kung des V.d.B.: Es werden auch 1783 und 1785 genannt). Die Vorfahren sind aus Böhmen, Lothringen und der Rheinpfalz eingewandert. Die Mundart, die in der Rheingegend gesprochen wird, ist bis zur Umsiedlung erhalten geblieben. Man sprach hier ähnlich wie in Brigidau (Deutsches Volksblatt für Galizien 15/1917 = VB).  Ihrer Herkunft nach dürften die Königsauer nicht durchweg von Pfälzern abstammen. Es scheinen auch einige Böhmerwäldler sich dort angesiedelt zu haben, die freilich heute in Sprache und Sitte sich nicht mehr von den Pfälzern unterscheiden. (So VB 36/28.) Eine GP aus Königsau machte am 23.10.1939 einen Auszug aus der Pfarrchronik, in dem es heißt: "Die Siedlung Königsau bestand bei der Gründung aus 80 Familien, und dies geschah im März des Jahres 1785, wobei jede einzelne Familie eine Wirtschaft bekam. Bis zum Jahre 1890 kamen noch 30 Familien dazu. 1890 zählte Königsau 1000 Seelen. Von den ersten Ansiedlern sind viele nach kurzer Zeit wieder ausgewandert. Die Ansiedler bestanden aus lauter Katholiken und stammten aus Nieder-Österreich, Bayern und der größte Teil aus Bosnien. Der erste Bezirk (= Kreis), zu welchem Königsau gehörte, hieß Sambor, später war es der Bezirk Drohobycz."  An diesem Auszug fällt auf, daß die Ansiedler aus Nieder- Österreich, Bayern und Bosnien gestammt haben sollen. Wenn diese Angabe nicht mit Beweisen belegt werden kann, erscheint sie höchst unwahrscheinlich. Der geistliche Chronist muß da einen Irrtum begangen haben. - Königsau war 1910 ein rein deutsches Dorf und zählte rund 700 Einwohner. Es lag zwischen den ebenfalls rein deutschen evangelischen Dörfern Brigidau und Josefsberg (VB 87/1910).  "Bei uns gab es keine polnischen Familien. Wohl existierten einige polnische Namen, wie Jaslowski (Schneider von Beruf) oder Jaslowski (Tagelöhner), die betreffenden Männer hatten in deutsche Familien eingeheiratet, ihre Kinder sprachen deutsch und wurden als Deutsche erzogen, und die Väter selbst wollten nicht als Polen gelten." (GP vom 4.4.1965.) Eine GP berichtete: "Es wurde erzählt, daß ein König das Dorf gegründet hat."  Eine andere GP schrieb: "Nach Hören und Sagen müßte der schöne Name Königsau von einem Ansiedler namens König stammen, der kurze Zeit in Königsau lebte."  Eine weitere GP meint: " Wie alte Leute erzählen, soll Königsau in frühester Zeit Königs-Aue geheißen haben. Ab 1935 lautete der amtliche polnische Namen Rowne ad Medenice." Wilhelm Metzler schreibt in HEIMAT GALIZIEN, Seite 85: "Auf Joseph II. weisen folgende Dörfer hin: Josefsdorf (zweimal), Josefsberg, Josefsthal; dann noch Kaisersdorf, K ö n i g s a u und Königsberg." Wie sowohl den Königsauern wie auch dem V.d.B. bekannt ist, haben nach Königsau Böhmendeutsche, und zwar Egerländer aus der Machliniecer Sprachinsel, eingeheiratet: Elisabeth Böhm aus Machliniec, verheiratet mit einem Josef Kaufhold; Elisabeth Persack aus Machliniec, verwitwete Klinger aus Kornelowka bei Machliniec, wiederverheiratet mit einem Kaufhold aus Königsau. Anna Peternek aus Machliniec, verheiratet mit Johann Schwarz aus Königsau.  Eine aus Machliniec stammende Königsauerin erinnerte in einem Brief an den V.d.B., daß ein Machliniecer Student des Bielitzer Lehrerseminars in den Sommerferien (etwa 1923) einige Mädchen Lieder gelehrt hat: "Wohlan die Zeit ist kornmen"; "Ade zur guten Nacht"; "Der Jäger in dem grünen Wald"; " Wenn alle untreu werden".  Eine Barbara ChristI aus Machliniec, deren Königsauer Mannesname ist dem V.d.B. unbekannt.  Anderseits haben auch Königsauer nach Machliniec eingeheiratet. Bekannt sind dem V.d.B. die Namen Leo Palmerich, verheiratet mit Anna, geb. Rehmann und Philipp Tirjan, verheiratet mit der Witwe Barbara Stich, geb. Keim.  Die Eingeheirateten wurden in den beiderseitigen Dorfgemeinschaften als durchaus gleichwertige Mitbürgerinnen bzw. Mitbürger behandelt. Das auffallendste Merkmal von Königsau war sein Dorfplan oder Grundriß. Der Ort war in Gestalt eines regeImäßigen Fünfeckes angelegt. Von den Ecken des fünfeckigen weiten Dorfplatzes, des Marktplatzes oder Ringplatzes, führten fünf Straßen nach außen, die wieder von zwei ringförmigen Straßenzügen geschnitten wurden. Die 80 Wirtschaften des Dorfes waren in vier konzentrischen Kreisen verteilt, die von innen nach außen 10, 15, 25 und 30 Wirtschaften enthielten. Die ganze Dorfform wies darauf hin, das wohl bei der Anlage des Ortes daran gedacht wurde, ihn zu einer Stadt oder mindestens zu einem Marktflecken zu erheben. Vielleicht hatte ein kaiserlicher Beamter den Plan entworfen und den Ansiedlern seine Ausführung empfohlen. In der Mitte des Marktplatzes, von allen Radialwegen aus sichtbar, stand die Kirche. (Prof. Dr. W. Kuhn, Siedlungsformen und VB 36/1928.) Die natürliche Gliederung der Bodenverhältnisse (= geologische Verhältnisse) erschwerten die Versorgung der Bewohner mit Wasser. Die fünf außerordentlich tiefen Brunnen waren an den Eckpunkten des mittleren Straßenringes angeordnet, sie hatten große hölzerne Schwungräder. Verschiedene Versuche wurden gemacht, neue Brunnen zu bohren, doch soll in einer Tiefe von 30 m eine schwer durchschlagbare Schlammschicht das Arbeiten unmöglich gemacht haben. Man kann sich vorstellen, welche Mühe es kostete, die nötigen Wassermengen für die Einwohner und die Haustiere nach den Häusern zu bringen. (Prof. Dr. W. Kuhn und VB 36/1928.) Über die Erstausstattung der Ansiedler mit Bodenflächlen konnte V.d.B. teilweise Angaben finden. Interessante Zahlen über Größengruppen in Joch enthält das Buch von Sepp Müller, Genossenschaftswesen, Seite 98: Danach gab es im Jahre 1820: 4 Wirtschaften mit 6 bis 10 Joch und 75 Wirtschaften mit 11 bis 15 Joch, zusammen 79 Wirtschaften. Im Jahre 1820 zählte Königsau 400 Einwohner und besaß 1178 Joch, das sind 2,9 Joch je Kopf.  Im Jahre 1925 gab es in Königsau folgende landwirtschaftliche Größengruppen:
Als Einleitung zu diesem Heimatbericht erscheinen am geeignetsten Worte aus einem Brief einer Königsauer Gewährsperson (= GP) vom 4.4.1965: "Der Name Bill ist uns, das heißt meinen Eltern und meiner Großmutter sehr wohl bekannt. Ambros Bill hatte als Wanderlehrer öfters im Hause meines Großvaters, Siegmund Zintel, der seinerzeit Bürgermeister von Königsau gewesen ist, zu tun. Auch Herr Niemczyk und insbesondere Herr Kolmer sind für meine Eltern keine Unbekannten, Herr Kolmer war während seiner Tätigkeit in Königsau häufig Gast meines Vaters. Über Ihre Nachricht, daß das Hilfskomitee der Galiziendeutsdten und seine Mitarbeiter sich die Mühe machen, Heimatberichte zu veröffentlichen, darunter auch über Königsau, haben wir uns sehr gefreut. Auf diese Weise wird uns Königsau und Galizien wieder sehr viel gegenwärtiger werden und die jüngeren Jahrgänge, zu denen auch ich gehöre (ich bin 1936 geboren), können sich danach ein besseres Bild von ihrer alten Heimat machen." Um ein solches Bild von Königsau so gut wie möglich zu zeichnen, bedurfte es, wie in früheren Berichten, einer mühsamen Sammel- und Auslesearbeit des Verfassers dieses Berichtes (= V.d.B.). Manche gedruckten und andere von GP schriftlich mitgeteilten Angaben über Königsau weichen voneinander ab. V.d.B. bittet deshalb besonders die Leser aus Königsau, ihn darauf aufmerksam zu mahcen, falls etwas unzutreffend sein sollte, damit im nächsten Zeitweiser eine Berichtigung erfolgen kann.
Einleitung
Gründung
36 Wirtschaften mit 0 bis 5 Joch   14 Wirtschaften mit 6 bis 10 Joch   11 Wirtschaften mit 11 bis 15 Joch   8 Wirtschaften mit 16 bis 20 Joch   37 Wirtschaften mit 21 bis 25 Joch   10 Wirtschaften mit 26 bis 30 Joch   4 Wirtschaften mit 31 bis 40 Joch   3 Wirtschaften mit 41 bis 50 Joch
Das waren zusammen 123 Wirtschaften. Im Jahre 1925 zählte Königsau 693 Einwohner, besaß 1815 Joch, das waren 2,6 Joch je Kopf. Nach der Reinpold'schen Erhebung vom Jahre 1934 (RE 34} gab es in Königsau 92 Landwirte, 22 Häusler, 2 Handwerker, 1 geistigen Beruf. - Im Kapitel "Besitz der Deutschen" sind angeführt: Grundbesitz 1687 Joch, 108 Wohnhäuser, 227 Wirtschaftsgebäude, 165 Pferde, 578 Rinder, 148 Schweine. - Im Dorfplan von Königsau (ohne Jahreszahl) von einer Königsauer Gewährsperson kommen folgende Familiennamen: Bauer 1mal   Beck 1mal   Beitl (=Beutel) 1mal    rück 1mal   Dedich (=Tetich=Tätich) 1mal   Fachet (=davon einmal Nachet) 4mal   Geib 1mal   Hampel 1mal   Herbst 1mal   Herzer 1mal   Kaufold (=Anm.d.V.auch Kaufhold) 3mal   Langenfeld 2mal   Lenz 1mal   Neuheimer 1mal   Palmrich (=Palmer) 1mal   Reichert 2mal   Schneider 1mal   Schuster 4mal   Schwarz 1mal   Tirian (=Tirjan) 4mal   Thom (Dam) 1mal   Wagner 2mal   Walz 2mal   Zintel 1mal     Anm. d.V.: Im Dorfplan von der GP kommt der Name Zintel 10mal vor! Die Zusammensetzung der Familiennamen in der Liste von 1820 und im Dorfplan von einer GP weisen eine viel größere Übereinstimmung auf als mit den Namen in der Liste vom 22.4.1787. Wohin mögen die vielen Träger anderslautender Namen dieser Liste ausgewandert sein und woher kamen die Zugänge in den beiden anderen Listen? - Sollten Leser darauf Antwort geben können,so bittet V.d.B. um Mitteilung. An Grundbesitz weist die Liste von 1820 aus: 1295 Joch 793 Klafter. Gemeindegrund 117,1012 Joch. Wirtshaus 17, 173 Joch. Schulhaus 3,1536 Joch.  Das Pfarrhaus ist nicht erwähnt. - Jährlicher Ertrag von den Äckern 3653 fl 59 Kr,von den Wiesen 379 fl 58 Kr, von den Hutweiden 125 fl 45 Kr, zusammen 4159 fl 43 Kr. Hiervon Steuerleistungen 475 fl 41 Kr, erlassen auf 472 fl 31 Kr. Anm. d. V.: fl = Florin, Kr = Kreuzer.  Wenn auch die 2,9 Joch je Kopf der Einwohner im Jahre 1820 und die 2,6 Joch je Kopf im Jahre 1925 keine eindrucksvollen Zahlen sind, So machten die Wirtschaften von 15 Joch aufwärts doch den Eindruck der Wohlhabenheit, ja eines gewissen Reichtums, zumal der Boden gut war, sorgfältig bebaut wurde und daher hohe Erträge abwarf. Auch in anderen als gut situiert geltenden Siedlungen gab es ja nicht nur wohlhabende und reich Landwirte. Daher ist durchus berechtigt, was ein Besucher 1926 über Königsau schrieb: "Königsau ist ein schönes, großes, deutsch-katholisches Dorf, rein, sauber und wohlhabend aussehend. Eine Menge schöner Gänse haben wir hier an den Ufern des vielverzweigten Bächleins angetroffen. Die Ortsanlage ermöglicht und fördert in dieser Kolonie eine rationelle Gänsezucht. " (VB 43/1926.) Nach der RE 1934 zählte man in Königsau 649 deutsche Einwohner, davon 4 evangelische, 16 Polen und 12 Juden, zusammen 677 Einwohner. Im Dorfplan aus der Ansiedlungszeit ist nicht ersichtlich, wo die über die Zahl 80 hinausgehenden Gehöfte innerhalb oder außerhalb des fünfeckigen Grundrisses sich befanden. Um den Lebensstandard nicht allzu spürbar absinken zu lassen, wanderten in den Jahren 1900 bis 1914 ziemlich viele Königsauer hauptsächlich nach Amerika aus. Die meisten Auswanderer schickten Geld in die alte Heimat, wodurch der Erwerb neuen Grund und Bodens ermöglich und erleichtert wurde (VB 15/1917). Der Förderung und Festigung der heimatlichen Wirtschft diente auch die Gründung einer deutschen Raiffeisenkasse. Ein besonderes Verdienst daran hatten die Brigidauer Deutschen, die nach Königsau kamen und den Königsauern die Vorteile einer Raiffeisenkasse erklärten und sie in die Führung einer solchen einwiesen (VB 104/1911). Am 5. Mai 1912 hielt der Sekretär des Verbandes deutscher landwirtschaftlicher Genossenschften, Mikesch, in Königsau eine Versammlung ab, in welchr einstimmig die Gründung einer Raiffeisenkasse beschlossen wurde. Es traten ihr 44 Mitglieder bei. Den Vorstand bildeten die Grundwirte Siegmund Zintel, Obmann; Jakob Wieser, Stellvertreter; Johann Fachet, Jakob Zintel, Johann Limberger, Jakob Hampel und der Tischlermeister Ferdinand Wolf (VB 161/1912).  Die Kasse soll nach einer GP anfangs im Hause des Emanuel Reichert und nach Erbauung des Gemeindehauses zusammen mit der später gegründeten Molkerei dort untergebracht gewesen sein. Eine andere GP gibt an, daß die Kasse anfangs im Hause Nr. 35 bei Johann Lenz und später bei Jakob Fachet Nr. 6 untergebracht war. Im Ersten Weltkrieg herrschten die Russen in Königsau. Am 20. Mai 1915 wurde das gesamte Vieh, das in der Gemeinde vorhanden war, weggenommen. Sieben Wohnhäuser brannten gänzlich ab, drei Häuser wurden durch einschlagende Granaten vernichtet. Der 31. Mai war ein Hauptkampftag. Um das Dorf zogen sich nach allen Seiten Schützengräben herum. In der Gemeindeflur befanden sich 42 Kriegsgräber, in denen ungefähr 80 Mann begraben waren. Im Jahre 1917 sollten die Gräber ausgehoben und die Gefallenen im Friedhof ihre letzte Ruhestätte finden. (Ob dies geschah und wann wird im VB nicht berichtet.) Beim Abzug der Russen nahmen diese eine Anzahl von Dorfbewohnern als Geiseln mit, darunter auch den Vorsteher der Raiffeisenkasse, Siegmund Zintel. Ein russischer General mit menschlichem Empfinden veranlaßte, daß der von den Kosaken geraubte gesamte Viehbestand zum Teil wieder zurückkam. Der Berichterstatter des VB 15/1917 gibt nicht an, wann die Geiseln wieder zurückehrten.  Als nach dem Ersten Weltkrieg die Ukrainer und dann die Polen die Herren des Landes waren, wurde das Dorf wiederum geplündert. Selbst die Obstgärten wurden vernichtet. Im Jahre 1927 hatte eine Überschwemmung auf den Wiesen großen Schaden angerichtet. Besonders die Kartoffelernte wurde vernichtet. Durch die Arbeit der Raiffeisenkasse war es möglich gewesen, manchem Geschädigten unter die Arme zu greifen. Durch Fleiß und Zähigkeit hatte sich die Gemeinde wieder emporgearbeitet und bot das Bild eines aufstrebenden Dorfes (VB 36/1928). Diesem Streben nach mehr Wohlstand diente auch die von der Molkerei Josefsberg in Königsau eingerichtete Entrahmstation. Sie wurde jedoch 1933 oder 1934 aufgelöst, und die Königsauer gründeten 1937 eine eigene Molkereigenossenschaft, der außer fünf Wirten alle Deutschen beitraten. Die Molkerei wurde an den Lemberger Verband deutscher landwirtschaftlicher Genossenschaften als Prüfungsverband angeschlossen. Für die Molkerei wurde der bestehende Gemeindefruchtspeicher ausgebaut. Die Kasse der Molkerei war zuletzt bei Rudolf Hampel untergebracht. Der letzte Buchführer der Molkereigenossenschaft und der Raiffeisenkasse war Emanuel Schneider. Der Molkerei wurde eine gute Führung bescheinigt (VB 8/1938 und GP). Eine andere GP teilte mit, daß die Molkereigenossenschaft im umgebauten Spritzenhaus, gelegen neben Schule und Rudolf Wolf, gegenüber der Kirche, untergebracht war. Von den Gemeindevorstehern oder Schulzen von Königsau ist den Königsauern  Siegmund Zintel in gutem Gedächtnis. Er wurde nach Erledigung verschiedener Einsprüche am 28. Juni 1928 endgültig bestätigt (VB 36/1928). Über das auf seine Initiative erbaute neue Gemeindehaus wird später noch die Rede sein. S. Zintel mußte sein Amt 1935 krankheitshalber abgeben. Ihm folgte als Schulze Jakob Fachet  und diesem Viktor Reichert. Nach der sowjetischen Besetzung im Zweiten Weltkrieg wurde der Dorfschmied Josef Wagner als Schulze (auch Holowa genannt) eingesetzt (GP). Wie alle deutschen Siedlungen in Galizien, bemühte sich auch Königsau nach der Entstehung des neuen polnischen Staates 1918/19 um ein gutes Einvernehmen mit den polnischen Behörden, insbesondere mit der Polizei. Ein Beispiel soll dies illustrieren: Am Sonntag, dem 19. Oktober 1930, wurde in Königsau von zwei Bettlern ein Attentat auf einen Polizeibeamten verübt. Der eine Bettler gab aus einern Revolver zwei Schüsse auf den Polizeibeamten ab, der zweite zog ein Messer und stürzte sich auf den Polizisten.  Auf die Hilferufe des Angegriffenen eilten die Dorfbewohner zusammen und nahmen die beiden Angreifer fest. AIsbald war die Polizei zur Stelle und brachte beide Bettler ins Gefängnis. Der Zustand des verwundeten Polizeibeamten war ernst (V B 44/1930).