Die Geschichte von Königsau
1783-1940 Ein deutsches katholisches Dorf in Galizien
Die alte Kirche von Königsau (1939)
Königsau wurde 1783, in der Zeit der josefinischen Ansiedlung, als pfälzisch-katholische Siedlung in Ostgalizien gegründet. Der dortige Landstrich kam nach der 1. Teilung Polens (1772) an Österreich und blieb dort bis 1919. Von da an bis 1940 gehörte Königsau wieder zu Polen.
Der einmalige Dorfgrundriß in Form eines regelmäßigen Fünfecks, wurde vom österreichischen Ing. Burgaller entworfen. In den ersten Jahren wurde das Dorf auch Königsaue (Königs-Aue) genannt. Der Grund und Boden gehörte dem ehemaligen Basilianerkloster in Letnia. Auf dem bereits bewirtschafteten Land konnten die Ansiedler ohne größere Rodungsarbeiten an die Arbeit gehen. Doch die Vermessung und Anlage der Gehöfte in Königsau brauchte ihre Zeit. Die ersten Ansiedler bereits 1782 ins Land gekommen, mußten bis zur Ausbringung der ersten Saat im Jahre 1786 in den sogenannten Zwischenquartieren ausharren. So waren im Juli 1784 erst 24 Häuser und Stallungen fertiggestellt. Doch im Oktober 1785 gab es bereits 78 katholische Familien im Ort mit 300 Personen.
Nach bekannten anfänglichen Schwierigkeiten, durch Beamtenwillkür und Betrug, die besonders kraß in der Herrschaft Drohobycz gewesen sein sollen, wozu auch Königsau gehörte, zog erst langsam Ruhe in die Siedlung ein.
Königsau war die 4. größte josefinische Siedlung in Galizien. Mit der Umsiedlung im Januar 1940 endete die Geschichte der Deutschen in Königsau nach 156 Jahren.
Der Zusammenhalt der einstigen Dorfgemeinschaft nach nun mehr 70 Jahren hat noch immer eine große Bedeutung. Die Nachkommen nun mehr über die ganze Welt "verstreut" halten trotz oft großer Entfernungen noch immer engen Kontakt. Dies drückt sich auch in den alljährlichen Treffen aus. Diese werden genutzt um alte Unterlagen, Fotos und Berichte zusammenzutragen. Mehrere Reisen nach Königsau, den heutigen ukrainischen Dorf Rivne, bestärkten den Wunsch die Ortsgeschichte in einem Buch festzuhalten. Wer neugierig geworden ist und gern mehr wissen möchte, der melde sich bitte !
GESCHICHTE
Seit 1790 gab es in Königsau eine deutschsprachige Schule 1846 wurde eine Kirche in der Mitte des Ortes gebaut. Die Namenspatrone waren die des Heiligen Sebastian und Fabian. 1910 wurde die Ortsgruppe des "Bundes der christlichen Deutschen" gegründet. 1912 wurde die Raiffeisenkasse mit 44 Mitgliedern gegründet und 1937 eine eigene Molkereigenossenschaft. Ab 1919 gehörte Königsau zu Polen 1929 wurde am Markt ein "Deutsches Haus" eingeweiht. Es gab eine Bücherei. Ab 1936 lautete der amtliche Name für Königsau Rowne ad Medenice Bis 1939 gab es Unterricht in deutsch. Seit 1945 gehört Königsau zur Ukraine und heißt jetzt: Riwne.